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Überbiss beim Kind: Ursachen, Folgen und Behandlung
Überbiss beim Kind: Ursachen, Folgen und Behandlung
Dr. med. dent. Sebastian Herbst
Das Wichtigste in Kürze
- Beim Überbiss stehen die oberen Schneidezähne deutlich vor den unteren. Fachlich heißt das Distalbiss oder Rücklage des Unterkiefers.
- Häufige Ursachen sind Vererbung, langes Daumenlutschen oder Schnullern und Mundatmung.
- Ein leichter Überbiss ist normal. Behandelt wird, wenn er den Biss, das Sprechen oder die Zahngesundheit beeinträchtigt.
- Bei Kindern lässt sich ein Überbiss oft mit einer losen Zahnspange während des Wachstums korrigieren.
Dein Kind lacht und die oberen Zähne scheinen weit vorne zu stehen? Viele Eltern bemerken einen Überbiss zuerst auf Fotos. Die gute Nachricht: Ein Überbiss beim Kind ist eine der häufigsten Fehlstellungen und gerade im Wachstum gut behandelbar. In diesem Artikel erklären wir, woran du einen Überbiss erkennst, was ihn verursacht und wann ein Besuch beim Kieferorthopäden sinnvoll ist.
Was ist ein Überbiss?
Ein Überbiss bedeutet, dass die oberen Frontzähne zu weit vor den unteren stehen. Ein kleiner Abstand von zwei bis drei Millimetern ist normal und sogar gewünscht. Wird der Abstand größer, spricht man von einem vergrößerten Überbiss.
Meist steckt dahinter nicht nur die Stellung der Zähne, sondern die Lage der Kiefer zueinander: Der Unterkiefer liegt zu weit hinten oder der Oberkiefer zu weit vorne. Deshalb gehört der Überbiss zu den Fehlstellungen, bei denen eine frühe Einschätzung besonders viel bringt, denn im Wachstum lässt sich die Kieferentwicklung noch lenken.
Im Alltag wird der Begriff Überbiss oft auch für andere Situationen benutzt, etwa wenn die oberen Zähne die unteren beim Zubeißen stark überdecken. Das ist ein tiefer Biss. Beide können zusammen auftreten.

Woran erkenne ich einen Überbiss bei meinem Kind?
Typische Anzeichen, die Eltern selbst beobachten können:
Die oberen Schneidezähne stehen sichtbar vor, auch bei geschlossenem Mund.
Die Lippen schließen sich nur mit Anstrengung oder das Kind hat den Mund oft leicht offen.
Die Unterlippe liegt beim Schlucken hinter den oberen Schneidezähnen.
Das Kinn wirkt im Profil zurückliegend.
Beim Sprechen sind einzelne Laute undeutlich.
Eine sichere Einschätzung kann nur die kieferorthopädische Untersuchung liefern. Dort wird gemessen, wie groß der Abstand ist und ob die Ursache in den Zähnen oder in den Kiefern liegt.
Welche Ursachen hat ein Überbiss beim Kind?
Oft kommen mehrere Faktoren zusammen:
Vererbung: Die Kieferform und das Wachstumsmuster werden von den Eltern weitergegeben. Hatte ein Elternteil einen Überbiss, ist die Wahrscheinlichkeit beim Kind erhöht.
Lutschgewohnheiten: Daumen oder Schnuller drücken die oberen Schneidezähne über Jahre nach vorne und hemmen das Wachstum des Unterkiefers. Mehr dazu in unserem Artikel zu Daumenlutschen und Zähnen.
Mundatmung: Wer dauerhaft durch den Mund atmet, etwa wegen vergrößerter Rachenmandeln, hält den Mund offen. Das verändert die Lage von Zunge und Unterkiefer.
Zungenfehlfunktion: Drückt die Zunge beim Schlucken gegen die Zähne, kann das die Fehlstellung verstärken.
Früher Milchzahnverlust: Fehlen Milchzähne zu früh, wandern die Nachbarzähne und der Platz für die bleibenden Zähne verschiebt sich.
Welche Folgen kann ein unbehandelter Überbiss haben?
Ein leichter Überbiss braucht oft keine Behandlung. Ein deutlicher Überbiss kann aber Folgen haben, die über die Optik hinausgehen:
Verletzungsrisiko: Vorstehende Schneidezähne sind bei Stürzen und beim Sport stärker gefährdet.
Lippenschluss: Ein offener Mund trocknet die Schleimhäute aus und begünstigt Karies und Zahnfleischentzündungen.
Kaufunktion: Die Zähne treffen nicht richtig aufeinander, das belastet Kiefergelenke und Zähne ungleichmäßig.
Sprache: Bestimmte Laute lassen sich schwerer bilden.
Selbstbewusstsein: Kinder nehmen sehr genau wahr, wenn ihre Zähne anders aussehen.
Ab wann sollte ein Überbiss behandelt werden?
Es gibt keinen festen Stichtag, aber eine gute Faustregel: Eine erste kieferorthopädische Einschätzung ist etwa im Alter von sechs bis acht Jahren sinnvoll, wenn die ersten bleibenden Zähne durchbrechen. Bei einem ausgeprägten Überbiss kann eine Frühbehandlung schon in dieser Phase beginnen.
Der Grund: Solange das Kind wächst, lässt sich das Wachstum des Unterkiefers fördern und der Überbiss dadurch von der Ursache her korrigieren. Nach dem Wachstum bleibt nur noch die Korrektur der Zahnstellung, die Kieferlage lässt sich dann kaum noch verändern. Wann der richtige Zeitpunkt für den ersten Besuch ist, erklären wir ausführlich in unserem Artikel dazu, ab wann Kinder zum Kieferorthopäden sollten.

Wie wird ein Überbiss beim Kind behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach Ursache, Alter und Ausprägung. Häufige Wege:
Behandlung | Wann sie eingesetzt wird | Was sie bewirkt |
|---|---|---|
Lose Zahnspange (funktionskieferorthopädisches Gerät) | Im Wachstum, oft ab dem Grundschulalter | Fördert das Wachstum des Unterkiefers und harmonisiert die Kieferlage |
Abgewöhnen von Lutschgewohnheiten | So früh wie möglich | Nimmt den Druck von den Schneidezähnen, damit sich die Stellung von selbst bessern kann |
Feste Zahnspange | Meist ab dem Jugendalter, wenn die bleibenden Zähne da sind | Bringt die Zähne exakt in Position |
Aligner | Bei Jugendlichen mit leichtem bis mittlerem Überbiss | Unauffällige Korrektur mit durchsichtigen Schienen |
Wie eine lose Zahnspange funktioniert und wie lange sie getragen wird, liest du in unserem Artikel zur losen Zahnspange beim Kind. Ein Überbiss ist übrigens etwas anderes als ein offener Biss, bei dem sich die Frontzähne beim Zubeißen gar nicht berühren. Dazu haben wir einen eigenen Ratgeber.
So läuft das bei orthoSpace
Beim ersten Termin schauen wir uns dein Kind in Ruhe an, ohne Druck und ohne Abdruck. Statt der unangenehmen Abformmasse machen wir einen 3D-Scan, der in wenigen Minuten fertig ist. Daraus sehen wir, wie die Kiefer zueinander stehen und ob überhaupt Handlungsbedarf besteht. Manchmal ist die beste Empfehlung, erst einmal abzuwarten und in einem Jahr erneut zu schauen. Wenn eine Behandlung sinnvoll ist, erklären wir dir und deinem Kind genau, was passiert und warum. Alles Weitere zur Kinderbehandlung bei uns findest du auf der Seite Kieferorthopädie für Kinder in Berlin.
Häufige Fragen zum Überbiss beim Kind
Wächst sich ein Überbiss von allein aus?
Ein leichter Überbiss kann sich mit dem Wachstum verbessern, vor allem wenn Lutschgewohnheiten früh aufhören. Ein deutlicher Überbiss bleibt in der Regel bestehen oder wird stärker.
Ist ein Überbiss beim Kleinkind normal?
Im Milchgebiss ist ein gewisser Überbiss normal. Wichtig ist, dass Schnuller und Daumen bis zum dritten Geburtstag verschwinden, damit sich nichts verfestigt.
Wie lange dauert die Behandlung eines Überbisses?
Eine Frühbehandlung mit loser Zahnspange dauert oft ein bis zwei Jahre. Ob danach noch eine feste Zahnspange nötig ist, hängt vom Einzelfall ab.
Tut die Behandlung weh?
Eine lose Zahnspange ist in den ersten Tagen ungewohnt, aber nicht schmerzhaft. Kinder gewöhnen sich meist schnell daran.
Kann ein Überbiss auch bei Erwachsenen korrigiert werden?
Ja, dann allerdings über die Zahnstellung, zum Beispiel mit Alignern oder einer festen Zahnspange. Die Kieferlage lässt sich nach dem Wachstum nur noch operativ verändern.
Unsicher, ob dein Kind einen Überbiss hat?
Ein Blick reicht oft, um dir Klarheit zu geben. Vereinbare einen Beratungstermin bei orthoSpace in Berlin-Lichterfelde. Wir nehmen uns Zeit für dich und dein Kind. Du erreichst uns unter 030 519993790 oder per Mail an info@kfo-orthospace.de. Die Praxis liegt wenige Gehminuten vom S-Bahnhof Lichterfelde West, ebenerdig und barrierefrei.
Das Wichtigste in Kürze
- Beim Überbiss stehen die oberen Schneidezähne deutlich vor den unteren. Fachlich heißt das Distalbiss oder Rücklage des Unterkiefers.
- Häufige Ursachen sind Vererbung, langes Daumenlutschen oder Schnullern und Mundatmung.
- Ein leichter Überbiss ist normal. Behandelt wird, wenn er den Biss, das Sprechen oder die Zahngesundheit beeinträchtigt.
- Bei Kindern lässt sich ein Überbiss oft mit einer losen Zahnspange während des Wachstums korrigieren.
Dein Kind lacht und die oberen Zähne scheinen weit vorne zu stehen? Viele Eltern bemerken einen Überbiss zuerst auf Fotos. Die gute Nachricht: Ein Überbiss beim Kind ist eine der häufigsten Fehlstellungen und gerade im Wachstum gut behandelbar. In diesem Artikel erklären wir, woran du einen Überbiss erkennst, was ihn verursacht und wann ein Besuch beim Kieferorthopäden sinnvoll ist.
Was ist ein Überbiss?
Ein Überbiss bedeutet, dass die oberen Frontzähne zu weit vor den unteren stehen. Ein kleiner Abstand von zwei bis drei Millimetern ist normal und sogar gewünscht. Wird der Abstand größer, spricht man von einem vergrößerten Überbiss.
Meist steckt dahinter nicht nur die Stellung der Zähne, sondern die Lage der Kiefer zueinander: Der Unterkiefer liegt zu weit hinten oder der Oberkiefer zu weit vorne. Deshalb gehört der Überbiss zu den Fehlstellungen, bei denen eine frühe Einschätzung besonders viel bringt, denn im Wachstum lässt sich die Kieferentwicklung noch lenken.
Im Alltag wird der Begriff Überbiss oft auch für andere Situationen benutzt, etwa wenn die oberen Zähne die unteren beim Zubeißen stark überdecken. Das ist ein tiefer Biss. Beide können zusammen auftreten.

Woran erkenne ich einen Überbiss bei meinem Kind?
Typische Anzeichen, die Eltern selbst beobachten können:
Die oberen Schneidezähne stehen sichtbar vor, auch bei geschlossenem Mund.
Die Lippen schließen sich nur mit Anstrengung oder das Kind hat den Mund oft leicht offen.
Die Unterlippe liegt beim Schlucken hinter den oberen Schneidezähnen.
Das Kinn wirkt im Profil zurückliegend.
Beim Sprechen sind einzelne Laute undeutlich.
Eine sichere Einschätzung kann nur die kieferorthopädische Untersuchung liefern. Dort wird gemessen, wie groß der Abstand ist und ob die Ursache in den Zähnen oder in den Kiefern liegt.
Welche Ursachen hat ein Überbiss beim Kind?
Oft kommen mehrere Faktoren zusammen:
Vererbung: Die Kieferform und das Wachstumsmuster werden von den Eltern weitergegeben. Hatte ein Elternteil einen Überbiss, ist die Wahrscheinlichkeit beim Kind erhöht.
Lutschgewohnheiten: Daumen oder Schnuller drücken die oberen Schneidezähne über Jahre nach vorne und hemmen das Wachstum des Unterkiefers. Mehr dazu in unserem Artikel zu Daumenlutschen und Zähnen.
Mundatmung: Wer dauerhaft durch den Mund atmet, etwa wegen vergrößerter Rachenmandeln, hält den Mund offen. Das verändert die Lage von Zunge und Unterkiefer.
Zungenfehlfunktion: Drückt die Zunge beim Schlucken gegen die Zähne, kann das die Fehlstellung verstärken.
Früher Milchzahnverlust: Fehlen Milchzähne zu früh, wandern die Nachbarzähne und der Platz für die bleibenden Zähne verschiebt sich.
Welche Folgen kann ein unbehandelter Überbiss haben?
Ein leichter Überbiss braucht oft keine Behandlung. Ein deutlicher Überbiss kann aber Folgen haben, die über die Optik hinausgehen:
Verletzungsrisiko: Vorstehende Schneidezähne sind bei Stürzen und beim Sport stärker gefährdet.
Lippenschluss: Ein offener Mund trocknet die Schleimhäute aus und begünstigt Karies und Zahnfleischentzündungen.
Kaufunktion: Die Zähne treffen nicht richtig aufeinander, das belastet Kiefergelenke und Zähne ungleichmäßig.
Sprache: Bestimmte Laute lassen sich schwerer bilden.
Selbstbewusstsein: Kinder nehmen sehr genau wahr, wenn ihre Zähne anders aussehen.
Ab wann sollte ein Überbiss behandelt werden?
Es gibt keinen festen Stichtag, aber eine gute Faustregel: Eine erste kieferorthopädische Einschätzung ist etwa im Alter von sechs bis acht Jahren sinnvoll, wenn die ersten bleibenden Zähne durchbrechen. Bei einem ausgeprägten Überbiss kann eine Frühbehandlung schon in dieser Phase beginnen.
Der Grund: Solange das Kind wächst, lässt sich das Wachstum des Unterkiefers fördern und der Überbiss dadurch von der Ursache her korrigieren. Nach dem Wachstum bleibt nur noch die Korrektur der Zahnstellung, die Kieferlage lässt sich dann kaum noch verändern. Wann der richtige Zeitpunkt für den ersten Besuch ist, erklären wir ausführlich in unserem Artikel dazu, ab wann Kinder zum Kieferorthopäden sollten.

Wie wird ein Überbiss beim Kind behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach Ursache, Alter und Ausprägung. Häufige Wege:
Behandlung | Wann sie eingesetzt wird | Was sie bewirkt |
|---|---|---|
Lose Zahnspange (funktionskieferorthopädisches Gerät) | Im Wachstum, oft ab dem Grundschulalter | Fördert das Wachstum des Unterkiefers und harmonisiert die Kieferlage |
Abgewöhnen von Lutschgewohnheiten | So früh wie möglich | Nimmt den Druck von den Schneidezähnen, damit sich die Stellung von selbst bessern kann |
Feste Zahnspange | Meist ab dem Jugendalter, wenn die bleibenden Zähne da sind | Bringt die Zähne exakt in Position |
Aligner | Bei Jugendlichen mit leichtem bis mittlerem Überbiss | Unauffällige Korrektur mit durchsichtigen Schienen |
Wie eine lose Zahnspange funktioniert und wie lange sie getragen wird, liest du in unserem Artikel zur losen Zahnspange beim Kind. Ein Überbiss ist übrigens etwas anderes als ein offener Biss, bei dem sich die Frontzähne beim Zubeißen gar nicht berühren. Dazu haben wir einen eigenen Ratgeber.
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